Vorbeugen

Das wichtigste für den Schutz der Kinder

  1. 8 Regeln die helfen können, Kinder vor Missbrauch zu schützen
  2. Präventive Maßnahmen und Informationsveranstaltungen

Prävention soll zur Verhinderung von sexualisierter Gewalt an Mädchen und Jungen beitragen. Gute Prävention bedeutet, dass man sich mit dem Thema sexuelle Gewalt vertraut gemacht hat, um Hintergründe und Gefahren zu erkennen.
Nicht nur Psychologen und Pädagogen, Polizisten und Juristen sollten Fachleute sein, sondern ebenso die Eltern. Sie sind diejenigen, die von Geburt an Einfluss auf ihr Kind haben und es zu einem selbstbewussten und kritischen Menschen erziehen können.

Im Anschluss finden sie 8 Regeln, die helfen können, Ihre Kinder vor Missbrauch zu schützen. Lesen sie diese Tipps aufmerksam und versuchen sie, diese Prinzipien in den Alltag zu integrieren. Lernen Sie mit Ihren Kindern, diese Prinzipien zu leben.

1. Acht Regeln die helfen können, Kinder vor Missbrauch zu schützen

(aus Dirk Bange u.a.: Nein ist Nein, Köln 1994)

Mein Körper gehört mir!

Jedes Kind hat das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Der eigene Körper ist wertvoll und gehört dir ganz allein. Du hast das Recht zu bestimmen, was mit deinem Körper geschieht.

Ich kann mich auf meine Gefühle verlassen und ihnen vertrauen!

Vertraue deinen Gefühlen. Wenn sich etwas seltsam, blöd, komisch oder unangenehm anfühlt, hast du das Recht, so zu fühlen. Manchmal werden Gefühle, die zuerst schön sind, mit der Zeit komisch oder merkwürdig. Du kannst dich auf deine Gefühle verlassen, auch wenn ein anderer, der dich kennt, noch so sehr das Gegenteil behauptet.

Es gibt gute, unangenehme und komische Berührungen!

Berührungen sind für jeden Menschen wichtig. Liebevolle, angenehme und zärtliche Berührungen fühlen sich gut an. Alle Menschen brauchen solche Berührungen. Es gibt aber auch Berührungen, die verwirren. Einige fühlen sich komisch an, andere tun richtig weh. Berührungen, die dir unangenehm sind oder dir weh tun, die du nicht willst, kannst du abwehren, oder jemandem davon erzählen, dass er dir hilft.

Ich darf „Nein“ sagen!

Kinder dürfen in bestimmten Situationen „ Nein“ zu den Anforderungen Erwachsener sagen. Wenn ein anderer Mensch dich gegen deinen Willen anfassen will, darfst du „Nein“ sagen. Du brauchst nicht zu gehorchen, und darfst dich wehren. Es gibt aber einige Situationen, in denen ein Erwachsener dich berühren darf, auch wenn es dir unangenehm ist. Z. B. wenn du vom Fahrrad gefallen bist, dich an den Genitalien verletzt hast und ein Arzt dich untersuchen muss.

Es gibt gute und blöde Geheimnisse!

Es gibt gute Geheimnisse, die Spaß und Freude machen. Diese Geheimnisse erzählt man irgendwann. Wenn dich jedoch jemand zwingt oder dich erpresst, etwas nicht weiterzuerzählen, ist das ein blödes Geheimnis. Du hast das Recht, ein solches Geheimnis, das dir Angst macht, weiterzuerzählen. Das hat mit Petzen nichts zu tun.

Ich darf Hilfe holen und darüber sprechen, auch wenn es mir ausdrücklich verboten wurde!

Wenn du ein Problem hast, wenn dich ein blödes Geheimnis bedrückt oder du nicht mehr weiter weißt, sprich mit jemandem und hol ́ dir Hilfe. Es kann sein, dass der Mensch, dem du dich anvertraust, dir nicht glaubt oder dir sogar böse wird. Gib nicht auf und such dir einen anderen, der dir zuhört und hilft. Du hast ein Recht auf Unterstützung und Hilfe.

Kein Erwachsener hat das Recht, Kindern Angst zu machen!

Gerade dann, wenn ein Erwachsener dir erzählt, dass etwas Schreckliches passiert, wenn du etwas von dem weitererzählst was er mit dir tut, hat er/sie etwas zu verheimlichen. Gerade dann kannst und darfst du andere um Hilfe bitten.

Welches Kind / welcher Erwachsene kann dir helfen?

Für ein Kind ist es fast unmöglich, ohne Hilfe einen sex. Missbrauch abzuwehren oder aufzudecken. Mit Kindern ist es also wichtig zu überlegen, welcher Erwachsene wozu in der Lage und wofür zuständig ist. Also auch, wer in schwierigen Situationen Helfer/In sein könnte.

Grundsätzlich gilt:
Prävention ist kein Programm, sondern ein Erziehungsprinzip!

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2. Präventive Maßnahmen und Informationsveranstaltungen

Mädchen und Jungen brauchen sachliche Informationen und gesundes Misstrauen, damit sie die Gefahren früh erkennen und den Tricks von Tätern und Täterinnen nicht auf den Leim gehen.
Sie brauchen Mütter und Väter, die ausreichend informiert sind, die mit ihnen gemeinsam die Welt des Chats entdecken und Widerstandsformen gegen sexuelle Ausbeutung erproben.
Einige an der Berufsgruppe beteiligte Einrichtungen bieten präventive Maßnahmen zum Thema „Sexueller Missbrauch“ und „Sexueller Missbrauch durch das Internet“ für Schulen und andere Einrichtungen an.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • Elternabende an Schulen oder Kindergärten
  • Informationsveranstaltungen für alle, die beruflich mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben
  • Präventive Arbeit mit Kindern und Jugendlichen
  • Informationsveranstaltung zum „sexuellen Missbrauch durch das Internet“ für Lehrer und Eltern der Jahrgangsstufen Klasse 5 - 8

Die unter Pkt. 6.2 genannten Beratungsstellen geben gerne Auskunft darüber, an wen Sie sich wenden können, wenn Sie eines der Angebote in Anspruch nehmen wollen.
Über die Berufsgruppe selbst und damit über Hilfsangebote in Gelsenkirchen, über Fachliteratur und vieles andere mehr zum Thema „Sexueller Missbrauch“ informiert der so genannte „Info-Tisch“, den die Berufsgruppe auf Anfrage für Veranstaltungen zur Verfügung stellt.

Information und Anfrage bei:

Mechtild Hohage
Caritasverband für die Stadt Gelsenkirchen e.V.
Fachbereich Kinder und Jugend und Familie
Kirchstraße 51
45879 Gelsenkirchen
Telefon: 0209 15806-50
Fax: 0209 15806-54
E-Mail: mechtild.hohage@caritas-gelsenkirchen.de
Internet: www.caritasverband-gelsenkirchen.de

Marion Rochel
Kriminalkommissariat Vorbeugung
Rathausplatz 4
45877 Gelsenkirchen
Telefon: 0209 365-8433
E-Mail: Marion.Rochel@polizei.nrw.de

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